Der große Easter Break Road Trip: Am Donnerstag (20.03.08) war der letzte Uni-Tag vor den Osterferien. Am späten Nachmittag sind wir dann endlich losgefahren. Erstmal in Richtung Fiordland. Das ist eine Fjordlandschaft im Westen der Südinsel. Bis Milford Sound – einer Ansammlung von ca. 5 Gebäuden – haben es an dem Abend natürlich nicht mehr geschafft. So um 11:00 haben wir uns an einer Art Schützhütte niedergelassen und dort übernachtet. Ich hatte wahrscheinlich noch den bequemsten Platz im Auto. Die anderen haben auf dem Betonboden der Hütte, die nicht geschlossen war geschlafen. Am nächsten morgen mussten wir dann 5 Dollar pro Nase zahlen, weil mal dort eigentlich nicht campen darf (brutale Strafen haben die Kiwis). Ein Saubermacher hatte uns erwischt. Das Wetter war sehr regnerisch. Man muss bedenken in Fiordland regnet es ca. 200 Tage im Jahr. Aber die Milford Sound war echt schön am nächsten Tag. Die Wolken in den Fjorden sind beeindruckend.


Auf dem Rückweg ist dann die „Karre verreckt“ (danke Stefan für diese Diagnose
). Aber es war halb so wild, eigentlich nur ein Fehler der Tankanzeige.
Am selben Tag noch (also Freitag 21.03.08) haben wir eine Bergtour gemacht (den Anfang des Routburn Treks). Nur durch die Bilder, die wir später sahen, wussten wir, dass es ne tolle Aussicht gewesen sein muss … Aber es waren ja immer noch die Wolken und der Regen da. Daraufhin sind wir dann nach Te Anau gefahren um in einem Backpacker zu schlafen. Am nächsten morgen (Samstag 22.03.08) klarte es dann endlich auf. Die Sonne kam raus und alles schien besser zu werden. Für uns stand erst einmal eine richtige Touristentour an. Doch zuvor mussten wir wieder die Karre mal wieder reparieren. Die Batterie war leer. Schnell ein Überbrückungskabel an der Tankstelle gekauft und einen Kiwi gefragt, ob er uns Starthilfe geben kann. Ganz so einfach war es nicht, denn wir stellten fest, dass es sich um einen V6 handelt und das gekaufte Kabel nur für 4-Zylinder tauglich ist. Die Road-Mates wollten kein Risiko eingehen und haben das Kabel wieder getauscht. Naja, dann ging es endlich los. Erstmal ein wenig fahren (um die Batterie aufzuladen) und an einem abgelegenen See frühstücken, dann zurück nach Te Anau. Schön mit einem Boot über den See (Lake Te Anau) und dann durch eine Höhle. Die Höhle ist durch einen unterirdischen Fluss entstanden und das besondere war, dass dort zahlreiche Glühwürmchen leben. Die spannen kleine Netze und locken durch ihr Glühen Insekten an, um diesen dann zu fressen. In absoluter Dunkelheit sieht es wie ein Sternenhimmel an der Höhlendecke aus, wenn die Würmchen da so rumglühen. Leider konnte und durfte man keine Bilder machen. Abends haben wir uns einen Campingplatz mitten im Wald gesucht. Nachts kamen wir erst an und das Mondlicht war so hell, dass wir fast Alles ohne künstliches Licht gesehen haben. … die Bergkuppen über einem und im Wald konnte man einzelne Baumkronen sehen. An dem kleinen Bach, der direkt am Platz vorbeifließt haben wir dann noch ne Flasche Wein getrunken und sind schlafen gegangen, denn der nächste Tag sollte anstrengend werden.
Die Bergtour stand am Ostersonntag (23.03.08) an. Hierbei kann man wieder die Bilder sprechen lassen. Ein schmaler Pfad führt zu einer Aussicht, die alles enthält. Zwischen den Gipfeln von Gletschern Blickt man hinunter auf ein Tal, das von einem Fluss durchzogen wird. Dahinter sind weitere Berge und ein Fjord. Da kann man schon ne Jause machen.



Aber wir wollten mehr. Aus einem kurzen Abstecher nach weiter oben wurde das verbissene Ziel: berühre das Eis! Wir hatten uns plötzlich vorgenommen soweit zu gehen bis das Eis des Gletschers erreicht ist. Weiter unten war noch mehr Eis, aber wir wollten das Gletschereis. Es wurde immer steiler und man musste mittlerweile richtig klettern, doch wir haben es geschafft.

In der zweiten Nacht am Waldcampingplatz haben wir gut geschlafen.
Kanufahren in Milford Sound (Montag 24.03.08) war zuvor geplant und das Wetter war einfach perfekt. In Booten zu je zwei Mann sind wir dann durch den Fjord gepaddelt.


Der letzte Tag unserer Osterferien (25.03.08) ist ein wenig den IMlern gewidmet. Der große „jump“ war vorgesehen, als krönender Abschluss unserer Tour. Dabei wollte ich natürlich unsere „Uniform“ tragen: unser gutes IM-T-Shirt… Zuerst nach Queenstown und irgendwann war es dann soweit. Die Sache wurde ernst. Von einer 43 Meter hohen Brücke über einem türkiesfarbenen Fluss: der Bungy-Sprung. Irgendwie war meine Klappe etwas groß und ich antwortete dem Bungy-Seil-Typen als er mich fragte, ob ich das Wasser berühren wollte: „As much as possible“. Das Ergebnis war, dass kurzeitig nur noch meine Füße aus dem Wasser schauten. Ich hatte Gott sei Dank keine Schuhe und keine Strümpfe an.


Leider gibt es noch keine qualitativ guten Fotos. Aber wir hatten wieder großes Glück, denn zufällig stand ein Hobby-Fotograf unter den Zuschauern mit dem wir Email-Adressen ausgetauscht haben.
Zuletzt muss natürlich noch ein Assi-Helden-Foto gemacht werden.

Bei der Rückkehr zu unserem Auto entdeckten wir, dass wir einen Platten hatten. Super. Reifen wechseln und mit einem dämlichen Ersatzrad begann die Suche nach einem Reifenmonteur, der geöffnet hatte (in der Region Otago ist Feiertag). Letztendlich hat das Auto auch noch seinen neuen Reifen bekommen und wir sind den weiten Weg zurück nach Dunedin gefahren. Allerdings auch nicht ohne Steinschlag mit Sprung in der Windschutzscheibe. Der gute Mitsubishi Galant V6 scheint wirklich verflucht zu sein.
März 27, 2008 um 8:04
Wenn ich nicht selbst dabei gewesen wäre, würde ich jetzt angesichts der Fotos sehr neidisch werden